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2009 - European Consumer Study - Deutsch

Mediennutzung in Europa
Ausgabe: 2010-01
Autor: Ronald Frank

Mitgliedern des GfK Vereins stehen die Studienberichte zum Download zur Verfügung

Inhalt

1. Einleitung
2. Mediennutzung in Europa
3. Die Präferenz für Fernsehgenres
4. Die Präferenz für Programmelemente im Radio
5. Die Präferenz für Zeitschriftenrubriken
6. Die Präferenz für Zeitungsrubriken
7. Die Präferenz für Anwendungen im Internet
8. Mobiltelefonanwendungen
9. Kinobesuch
10. Lektüre von Büchern
11. Die Bereitschaft auf Medien zu verzichten
12. Fazit und Ausblick
13. Untersuchungsmethode
14. Soziodemografische Merkmale
15. Mediennutzungsdauer
16. Biografische Lebenswelten
Quellen

Beschreibung

Den Medien kommt in modernen Gesellschaften eine mehrfache Funktion zu: Medien stellen Öffentlichkeit in Gestalt der öffentlichen Meinung her und sollen deren Vielfalt gewährleisten. Für Bürger und Konsumenten stellen die Medien den Kontakt mit der Welt jenseits der unmittelbar erfahrbaren sozialen Lebenswelt in der Familie, der Ausbildung und dem Beruf her. Und Medien sind natürlich auch Träger von Werbebotschaften.

Zudem stellen die Medienmärkte die am stärksten regulierten Märkte dar. Sowohl der Marktzugang als auch die Gestaltung der inhaltlichen Angebote einschließlich der Werbung unterliegen einer unterschiedlich stark ausgeprägten öffentlich-rechtlichen bzw. staatlichen Einflussnahme und Kontrolle in den verschiedenen Ländern Europas.

Der Konsum medialer Inhalte unterscheidet sich gegenüber Gebrauchsgütern, wie beispielsweise Elektrogeräten oder Verbrauchsgütern, wie zum Beispiel Lebensmitteln, insofern, als eine Fernsehsendung, ein Zeitungsartikel oder der Inhalt einer Internetseite sich nicht verbrauchen, sondern ihre Nutzung die Ressourcen Zeit und Aufmerksamkeit der Konsumenten in Anspruch nimmt. Diese beiden Ressourcen werden nachgewiesenermaßen besonders in westlichen Gesellschaften immer knapper (vgl. GfK Verein 2004a). Der in allen Medien in Europa zu beobachtende Trend zur Skandalisierung und Hysterisierung in der Darstellung und Berichterstattung hat seine Ursache auch in einem immer härter geführten Kampf um die Aufmerksamkeit der Mediennutzer (vgl. Nolte 2005).

Die Verteilung der Werbeausgaben auf die verschiedenen Medien stellt einen guten Indikator für die Relevanz eines Mediums in einem Land dar. Zudem sind die nationalen Medienkulturen historisch gewachsen und verändern sich nur langsam. In den neun hier untersuchten Ländern dominieren zwei Muster der Medienlandschaft: In Deutschland, Österreich, den Niederlanden sowie in Frankreich dominiert neben den Tageszeitungen das Fernsehen den Medienmarkt. In Italien, Polen und in Spanien dagegen kommt dem Fernsehen mit einem Anteil von circa 50% an den Werbeausgaben eine Schlüsselrolle zu.