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2011 - Krise? Welche Krise? - Deutsch

Die Verbraucherstimmung vor, während und nach der Wirtschaftskrise
Ausgabe: 2010-12
Autor: Rolf Bürkl, Ronald Frank

Im Oktober 2010 hat die Zahl der registrierten Arbeitslosen wieder die Drei-Millionen-Marke unterschritten und den niedrigsten Stand seit 1992 erreicht. Damit ist die Erwerbslosigkeit binnen Jahresfrist um etwa 300.000 Personen gesunken. Mit dieser überaus erfreulichen Meldung bildet die Bundesrepublik derzeit in Europa eine rühmliche Ausnahme. Deutschland ist eines der wenigen Länder, in dem die Arbeitslosigkeit momentan niedriger ist als vor ei-nem Jahr.
Dennoch ging die schwerste Rezession der Nachkriegszeit mit einem Rückgang des Bruttoin-landsproduktes von knapp 5% an den Verbrauchern nicht spurlos vorbei. Die Wirkungen speziell auf dem Arbeitsmarkt waren jedoch weitaus weniger dramatisch als zunächst be-fürchtet. Dank der umfassenden Arbeitsmarktreformen sowie der Ausweitung der Kurzar-beitsregelungen blieb die Beschäftigung weitgehend stabil und die Zahl der registrierten Ar-beitslosen stieg in 2009 im Jahresdurchschnitt nur um etwa 150.000 Personen an.
Ob alle Bevölkerungsgruppen und Regionen und wenn ja, in welchem Umfang, von der Wirt-schaftskrise getroffen wurden, soll Gegenstand der folgenden Ausführungen sein. Hierbei soll die Stimme des Verbrauchers zum Klingen gebracht werden. Auf Grundlage der regelmäßi-gen Erhebungen zur Ermittlung der Verbraucherstimmung – dem GfK-Konsumklima – sowie ergänzenden Fragen zur persönlichen Betroffenheit in der Krise soll etwas näher beleuchtet werden, welche Personen bzw. Haushalte hinsichtlich sozialer wie auch regionaler Differen-zierung durch die Rezession getroffen wurden und wie sie auf die folgende Erholung reagier-ten.
Dabei wird bei der sozialen Differenzierung auf das Konzept der Biografischen Lebenswelten zurückgegriffen.