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Konsumklima Sozio: Die Konsumlaune der oberen Einkommenshälfte trübt sich merklich ein
Nürnberg, 2. Oktober 2026 – Die Konsumstimmung verschlechtert sich für Oktober vor allem bei Menschen mit höherem Einkommen. Das zeigt eine vertiefende soziodemografische Auswertung des in der vergangenen Woche veröffentlichten NIM Konsumklimas
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Einkommensgruppen im Fokus
Besonders stark fällt der Rückgang des Konsumklima Indikators in der Einkommensgruppe der oberen 25 Prozent aus: Hier sinkt der Wert gegenüber dem Vormonat um 13,8 Punkte auf
-38,0 Punkte. Zum Vergleich: Der Gesamtindikator geht für Oktober um 3,8 Punkte auf -30,6 Punkte zurück. Auch in der oberen mittleren Einkommensgruppe verschlechtert sich die Verbraucherstimmung, während sie sich in den beiden unteren Einkommensgruppen vergleichsweise stabil zeigt. Mit -22,4 Punkten liegt das Konsumklima der unteren 25 Prozent 15,6 Punkte über dem Wert der oberen 25 Prozent.

Ein genauerer Blick auf Einkommenserwartung, Anschaffungs- und Sparneigung zeigt, was hinter der Entwicklung in den einzelnen Einkommensgruppen steht:
Obere 25 Prozent (4. Quartil, > 2500 € Nettoäquivalenzeinkommen p. P.)
In der Einkommensgruppe der oberen 25 Prozent nehmen die Einkommenserwartungen in diesem Monat ab, die Anschaffungsneigung sinkt deutlich und die Sparneigung erhöht sich leicht weiter, ausgehend von einem bereits hohen Niveau. In Summe zeigt sich dadurch ein Rückgang des Konsumklima Indikators von 13,8 Punkten auf ein Niveau von -38,0 Punkten.
Obere Mitte (3. Quartil, 1801 – 2500 € Nettoäquivalenzeinkommen p. P.)
Nach einem kräftigen Anstieg im Vormonat gibt der Indikator der Einkommenserwartung in der oberen Mitte nun wieder stärker nach. Die Anschaffungsneigung bleibt weitgehend stabil, während die Sparneigung spürbar zunimmt. Dadurch sinkt der Konsumklima Indikator um 9,6 Punkte auf ein
Niveau von -28,7 Punkten.
Untere Mitte (2. Quartil, 1250 – 1800 € Nettoäquivalenzeinkommen p. P.)
In der unteren Mitte geben die Einkommenserwartungen nicht nach, und die Anschaffungsneigung erholt sich leicht. Die Sparneigung nimmt zuletzt leicht ab. Das führt zu einem kleinen Plus von 3,0 Punkten, wodurch der Konsumklima Indikator der unteren Mitte ebenfalls bei -28,7 Punkten steht.
Untere 25 Prozent (1. Quartil, < 1250 € Nettoäquivalenzeinkommen p. P.)
Bei der untersten Einkommensgruppe lassen die Einkommenserwartungen deutlich nach, aber die Anschaffungsneigung bleibt weitestgehend unverändert, während die Sparneigung weiter zurückgeht. Der Konsumklimaindikator sinkt damit geringfügig um 1,0 Punkte und steht bei -22,4 Punkten.
"Besonders auffällig ist die Entwicklung von Anschaffungs- und Sparneigung in der oberen Einkommenshälfte: Während die Anschaffungsneigung stagniert oder sinkt, nimmt die Sparneigung zu“, so Anja Bauer, Senior Researcher beim NIM. „Für den Konsum ist das besonders relevant, denn auf die obere Einkommenshälfte entfallen rund 68 Prozent der Konsumausgaben, auf die untere Hälfte nur etwa 32 Prozent. Und wir sehen hier nicht nur einen kurzfristigen Ausschlag: Vor allem bei den oberen 25 Prozent beobachten wir die Eintrübung bereits seit Beginn des Iran-Kriegs. Wenn einkommensstärkere Haushalte größere Anschaffungen aufschieben und stattdessen mehr sparen, könnte das die Konsumerholung spürbar bremsen.“
Entwicklung des Konsumklima Indikators nach Einkommensgruppen seit 2019:

Die folgende Tabelle zeigt den Konsumklima Indikator für Oktober 2026 und die Veränderung gegenüber dem Vormonat für die untersuchten soziodemografischen Gruppen:

*Das Konsumklima kann als vorlaufender Indikator für das Konsumverhalten in Deutschland interpretiert werden. Analysen haben gezeigt, dass die Stimmung ein Frühindikator für die tatsächliche Entwicklung des privaten Konsums ist. Aus ermittelten Werten der Einkommenserwartung, Anschaffungsneigung und Sparneigung jeder Gruppe errechnet sich das Konsumklima für die verschiedenen soziodemografischen Gruppen. Weitere Details: Bauer, A., Bürkl, R., Gangl K., & Ungemach, C. (2026). Unterschiede zwischen Alters-, Einkommens- und Haushaltstypen im Konsumklima. Mikrodaten aus Deutschland. NIM Research Report.
Voraussichtliche Veröffentlichungstermine des Konsumklima Sozio in Q4 2026 (CET):
- Mittwoch, 4. November 2026, 8.00 Uhr
- Donnerstag, 3. Dezember, 2026, 8.00 Uhr
- Montag, 21. Dezember 2026, 8.00 Uhr
Zur Methode
Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 03. bis 14. September 2026. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „NIM Konsumklima powered by GfK“ und basieren auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren der soziodemografischen Gruppen visuell aufbereitet und kurz kommentiert. Das Konsumklima bezieht sich explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch, je nach Abgrenzung, lediglich etwa 35 Prozent der privaten Konsumausgaben aus.
Die drei Indikatoren, aus denen der Konsumklima Indikator errechnet wird:
- Einkommenserwartung: Zeigt auf, wie die Verbraucher die Entwicklung der finanziellen Lage ihres Haushaltes in den kommenden 12 Monaten einschätzen.
- Sparneigung: Spiegelt die Meinung der Verbraucher dazu wider, ob es in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit ratsam ist, zu sparen.
- Anschaffungsneigung: Ermittelt, inwieweit die Verbraucher es für günstig erachten, in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage größere Anschaffungen (Möbel, elektrische/elektronische Geräte usw.) zu tätigen.
Soziodemografische Gruppen:
- Generationen
- Babyboomer 1946 – 1964
- Generation X 1965 – 1980
- Generation Y (Millennials) 1981 – 1996
- Generation Z 1997 – 2012
- Einkommensgruppen
- Untere 25% < 1250 € p. P.
- Untere Mitte 1250 – 1800 € p. P.
- Obere Mitte 1801 – 2500 € p. P.
- Obere 25% > 2500 € p. P.
- Haushaltstyp
- Single-Haushalt (<65 J.) Haushaltsgröße 1 und Alter<65
- Familie Haushaltsgröße >=3 & Anzahl Kinder>=1
- Paare Haushaltsgröße=2 Anzahl Kinder=0 & Alter<=65
- Rentner Haushaltsgröße >=1 & Alter>=65
- Sonstige Haushaltsgröße >=3&Anzahl Kinder=0
Hinweis zu den Indikatoren: Es handelt sich um subjektive Stimmungsindikatoren, keine direkten Verhaltensdaten. Tatsächliches Verhalten (Käufe, Sparen, Einkommen) hängt zusätzlich von Liquidität, Notwendigkeit, Preisen und individuellen Umständen ab.
NIM Konsumklima powered by GfK
Das seit 1974 regelmäßig und seit 1980 monatlich erhobene Konsumklima gilt als wichtiger Indikator für das Konsumverhalten der Verbraucher und als Wegweiser für die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands. Seit Juni 2026 ergänzt das NIM die monatliche Berichterstattung um das „Konsumklima Sozio“. Es erscheint jeweils einige Tage nach dem NIM Konsumklima und zeigt anhand soziodemografischer Auswertungen, wie sich die Konsumstimmung in einzelnen Bevölkerungsgruppen entwickelt.Hier werden einzelne Bevölkerungsgruppen hinsichtlich ihrer Konsumstimmung näher beleuchtet.
Im Zuge einer Neuordnung von Zuständigkeiten übernahm das NIM ab April 2026, neben der Auswertung und Analyse des Konsumklimas, auch die gesamte Kommunikation. Die Veröffentlichung erfolgt ab diesem Zeitpunkt unter dem Namen „NIM Konsumklima powered by GfK“ und kehrt damit organisatorisch vollständig zum NIM zurück, das die Studie bereits bis 1984 (damals GfK Verein) verantwortet hat.
Die Daten werden im Auftrag des NIM weiterhin von NIQ/GfK erhoben. Methodik, Datenerhebung und -auswertung bleiben unverändert.
Pressekontakt:
NIM: Sandra Lades, T +49 911 95151 989, sandra.lades@nim.org
Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ist ein unabhängiges außeruniversitäres Wirtschaftsforschungsinstitut. Wir untersuchen das Konsumklima und den Konsum als gestaltende Kraft der Wirtschaft. Auf Basis wissenschaftlicher Exzellenz formulieren wir konkrete Empfehlungen, damit Politik, Unternehmen und Gesellschaft bessere Entscheidungen treffen können.
Wir finanzieren unsere Forschung aus eigenen Mitteln.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen ist Gründer der GfK.
Weitere Informationen unter www.nim.org und LinkedIn
V.i.S.d.P.
Sandra Lades
Head of Communication & Events
E-Mail: sandra.lades@nim.org
Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.
Gründer der GfK
Steinstr. 21 / 90419 Nürnberg