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Konsumklima Sozio: Leichter Rückgang vor allem in den mittleren Einkommensgruppen
Nürnberg, 31. Juli 2026 – Das Konsumklima verharrt weiterhin auf einem niedrigen Niveau. Den Erwartungen der Verbraucher zufolge liegt der Indikator für August bei -29,6 Punkten. Der leichte Rückgang um 0,3 Punkte ist insbesondere auf die Entwicklung in den mittleren Einkommensgruppen zurückzuführen. Dies zeigen die aktuellen soziodemografischen Analysen des NIM Konsumklimas powered by GfK.
Einkommensgruppen im Fokus
Im Gegensatz zur untersten Einkommensgruppe (untere 25 Prozent), deren Konsumklima sich moderat verbessert hat, ist die Konsumstimmung in den übrigen Einkommenssegmenten zurückgegangen. Am deutlichsten fällt der Rückgang in der Einkommensmitte aus, während die Konsumstimmung bei den obersten 25 Prozent etwas weniger stark nachgibt.
Seit 2019 hat sich die Spreizung des Konsumklimas zwischen der obersten und der untersten Einkommensgruppe deutlich verringert. Während für die oberste Einkommensgruppe anfangs noch deutlich höhere Werte des Konsumklima Indikators feststellbar waren, trübte sich die Stimmung infolge der Corona-Pandemie, der Energiekrise und der anschließenden Hochinflationsphase in allen Einkommensgruppen spürbar ein. Dadurch nahmen die Unterschiede zwischen den Einkommensgruppen sukzessive ab. In der jüngeren Entwicklung haben sich die Verläufe der beiden Gruppen sogar gekreuzt: Während die oberen 25 Prozent früher optimistischer waren als die unteren 25 Prozent, weisen sie heute das deutlich schlechtere Konsumklima auf. Aktuell liegt ihr Konsumklima Indikator mit -36,8 Punkten rund 14 Punkte unter dem Wert der unteren 25 Prozent (-22,7 Punkte).
Reformdebatten dämpfen die Stimmung in der Einkommensmitte
„Während sich die Verbraucherstimmung in der einkommensschwächsten Gruppe leicht verbessert, zeigen sich Haushalte mit mittleren und höheren Einkommen derzeit etwas zurückhaltender. Eine mögliche Erklärung sind die laufenden Debatten über Reformen bei Gesundheit, Rente und Einkommensteuer“, sagt Anja Bauer, Senior Researcher beim NIM. „Solange die konkrete Ausgestaltung und die individuellen Be- bzw. Entlastungen unklar bleiben, dürfte dies die Unsicherheit insbesondere in diesen Einkommensgruppen erhöhen.“
Entwicklung des Konsumklima Indikators nach Einkommensgruppen seit 2019:

Die folgende Tabelle zeigt den Konsumklima Indikator für August 2026 und die Veränderung gegenüber dem Vormonat für die untersuchten soziodemografischen Gruppen:

*Das Konsumklima kann als vorlaufender Indikator für das Konsumverhalten in Deutschland interpretiert werden. Analysen haben gezeigt, dass die Stimmung ein Frühindikator für die tatsächliche Entwicklung des privaten Konsums ist. Aus ermittelten Werten der Einkommenserwartung, Anschaffungsneigung und Sparneigung jeder Gruppe errechnet sich das Konsumklima für die verschiedenen soziodemografischen Gruppen.
Voraussichtliche Veröffentlichungstermine in Q3/ Q4 2026 (CET):
- Donnerstag, 3. September 2026, 8.00 Uhr
- Freitag, 2 Oktober 2026, 8.00 Uhr
- Mittwoch, 4. November 2026, 8.00 Uhr
- Donnerstag, 3. Dezember, 2026, 8.00 Uhr
- Montag, 21. Dezember 2026, 8.00 Uhr
Zur Methode
Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 02 bis 13. Juli 2026. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „NIM Konsumklima powered by GfK“ und basieren auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet und kurz kommentiert. Das Konsumklima bezieht sich explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch, je nach Abgrenzung, lediglich etwa 35 Prozent der privaten Konsumausgaben aus.
Die drei Indikatoren, aus denen der Konsumklima Indikator errechnet wird:
- Einkommenserwartung: Zeigt auf, wie die Verbraucher die Entwicklung der finanziellen Lage ihres Haushaltes in den kommenden 12 Monaten einschätzen.
- Sparneigung: Spiegelt die Meinung der Verbraucher dazu wider, ob es in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit ratsam ist, zu sparen.
- Anschaffungsneigung: Ermittelt, inwieweit die Verbraucher es für günstig erachten, in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage größere Anschaffungen (Möbel, elektrische/elektronische Geräte usw.) zu tätigen.
Soziodemografische Gruppen:
- Generation
- Babyboomer 1946 – 1964
- Generation X 1965 – 1980
- Generation Y (Millennials) 1981 – 1996
- Generation Z 1997 – 2012
- Einkommensgruppen
- Untere 25% < 1250 € p. P.
- Untere Mitte 1250 – 1800 € p. P.
- Obere Mitte 1801 – 2500 € p. P.
- Obere 25% > 2500 € p. P.
- Haushaltstyp
- Single-Haushalt (<65 J.) Haushaltsgröße 1 und Alter<65
- Familie Haushaltsgröße >=3 & Anzahl Kinder>=1
- Paare Haushaltsgröße=2 Anzahl Kinder=0 & Alter<=65
- Rentner Haushaltsgröße >=1 & Alter>=65
- Sonstige Haushaltsgröße >=3&Anzahl Kinder=0
Hinweis zu den Indikatoren: Es handelt sich um subjektive Stimmungsindikatoren, keine direkten Verhaltensdaten. Tatsächliches Verhalten (Käufe, Sparen, Einkommen) hängt zusätzlich von Liquidität, Notwendigkeit, Preisen und individuellen Umständen ab.
NIM Konsumklima powered by GfK
Das seit 1974 regelmäßig und seit 1980 monatlich erhobene Konsumklima gilt als wichtiger Indikator für das Konsumverhalten der Verbraucher und als Wegweiser für die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands.
Im Zuge einer Neuordnung von Zuständigkeiten übernahm das NIM ab April 2026, neben der Auswertung und Analyse des Konsumklimas, auch die Kommunikation. Die Veröffentlichung erfolgt ab diesem Zeitpunkt unter dem Namen „NIM Konsumklima powered by GfK“ und kehrt damit organisatorisch vollständig zum NIM zurück, das die Studie bereits bis 1984 (damals GfK Verein) verantwortet hat.
Die Daten werden im Auftrag des NIM weiterhin von NIQ/GfK erhoben. Methodik, Datenerhebung und -auswertung bleiben unverändert.
Pressekontakt:
NIM: Sandra Lades, T +49 911 95151 989, sandra.lades@nim.org
Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ist ein unabhängiges außeruniversitäres Wirtschaftsforschungsinstitut. Wir untersuchen das Konsumklima und den Konsum als gestaltende Kraft der Wirtschaft. Auf Basis wissenschaftlicher Exzellenz formulieren wir konkrete Empfehlungen, damit Politik, Unternehmen und Gesellschaft bessere Entscheidungen treffen können.
Wir finanzieren unsere Forschung aus eigenen Mitteln.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen ist Gründer der GfK.
Weitere Informationen unter www.nim.org und LinkedIn
V.i.S.d.P.
Sandra Lades
Head of Communication & Events
E-Mail: sandra.lades@nim.org
Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.
Gründer der GfK
Steinstr. 21 / 90419 Nürnberg