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Konsumklima verharrt auf niedrigem Niveau
Nürnberg, 24. Juli 2026 – Die Verbraucherstimmung in Deutschland verschlechtert sich in diesem Monat geringfügig um 0,3 Punkte und verharrt damit auf niedrigem Niveau. Der Indikator liegt nach den Erwartungen der Verbraucher für August bei -29,6 Punkten (Vormonat revidiert: -29,3 Punkte). Der leichte Rückgang ist vor allem auf niedrigere Einkommenserwartungen sowie eine höhere Sparneigung zurückzuführen. Die Anschaffungsneigung wie auch die Konjunkturerwartungen entwickelten sich im Vergleich dazu etwas positiver. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse des NIM Konsumklimas powered by GfK.
Einkommenserwartungen trüben sich wieder ein
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher, die sich in den letzten Monaten stetig etwas aufgehellt hatten, geben nun wieder leicht nach. Der Indikator sinkt um 2,3 Punkte auf ein Niveau von -14,5. Insgesamt schätzen die Menschen ihre finanzielle Lage in den kommenden zwölf Monaten eher pessimistisch ein.
Sparneigung weiter auf hohem Niveau
Der zu Jahresbeginn beobachtete Rückgang der Sparneigung setzt sich im Juli nicht weiter fort. Der Indikator steigt um 3,1 Zähler und liegt nun bei 17 Punkten. Im langfristigen Vergleich ist der aktuelle Wert sehr hoch: Im Durchschnitt der letzten zehn Jahren lag die Sparneigung bei etwa -24 Punkten. Dies zeigt, dass die Menschen es angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit für ratsam halten, zu sparen.
Anschaffungsneigung nimmt moderat zu
Die Anschaffungsneigung steigt moderat um 3,5 Zähler auf -9,9 Punkte und trägt damit zur Stabilisierung des Konsumklimas bei. Zwar wird der Zeitpunkt für größere Anschaffungen von den Verbrauchern aktuell wieder etwas günstiger eingeschätzt als im Vormonat, jedoch verbleibt der Indikator insgesamt auf einem niedrigen Niveau. Dies deutet darauf hin, dass die Konsumbereitschaft weiterhin durch bestehende Unsicherheiten gedämpft wird.
„Die Verbraucherstimmung bleibt weitestgehend unverändert“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. „Die Anschaffungsneigung verzeichnet zwar einen moderaten Anstieg, bleibt aber nach wie vor sehr verhalten. Die Einkommensaussichten verzeichnen wieder einen leichten Rückgang und die Sparneigung zieht wieder moderat an. Die anhaltende Verunsicherung führt dazu, dass viele Haushalte beim Konsum nach wie vor zurückhaltend bleiben“.
Konjunkturerwartungen hellen sich leicht auf, aber Inflationssorgen bleiben bestehen
Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verbessern sich diesen Monat zum dritten Mal in Folge. Der Indikator steigt um weitere 2,4 Zähler auf -6,3 Punkte. Der Pessimismus geht weiter zurück. Dennoch rechnet die Mehrheit der Verbraucher mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten.
Mit dem Auslaufen des Tankrabatts Ende Juni sind die Preise an den Zapfsäulen spürbar gestiegen, was sich in den Preiserwartungen der Verbraucher widerspiegelt. Der entsprechende Indikator legt leicht um 0,8 Zähler auf -2,1 Punkte zu und signalisiert, dass die Inflationssorgen zuletzt wieder etwas zugenommen haben.
Voraussichtliche Veröffentlichungstermine in Q3/Q342026 (CET):
- Donnerstag, 27. August 2026, 8.00 Uhr
- Freitag, 25. September 2026, 8.00 Uhr
- Mittwoch, 28. Oktober 2026, 8.00 Uhr
- Donnerstag, 26. November 2026, 8.00 Uhr
- Freitag, 18. Dezember 2026, 8.00 Uhrr
Zur Methode
Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 02. bis 13. Juli 2026. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „NIM Konsumklima powered by GfK“ und basieren auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet und kurz kommentiert. Das Konsumklima bezieht sich explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch, je nach Abgrenzung, lediglich etwa 35 Prozent der privaten Konsumausgaben aus.
Die drei Indikatoren, aus denen der Konsumklima Indikator errechnet wird:
- Einkommenserwartung: Zeigt auf, wie die Verbraucher die Entwicklung der finanziellen Lage ihres Haushaltes in den kommenden 12 Monaten einschätzen.
- Sparneigung: Spiegelt die Meinung der Verbraucher dazu wider, ob es in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit ratsam ist, zu sparen.
- Anschaffungsneigung: Ermittelt, inwieweit die Verbraucher es für günstig erachten, in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage größere Anschaffungen (Möbel, elektrische/elektronische Geräte usw.) zu tätigen.
Gesamtwirtschaftliche Indikatoren:
- Konjunkturerwartung: Ermittelt die Einschätzung der Verbraucher, wie sich die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland in den kommenden 12 Monaten entwickeln wird.
- Preiserwartung: Fragt, wie sich nach Ansicht der Verbraucher die Verbraucherpreise in den kommenden 12 Monaten im Vergleich zu den letzten 12 Monaten entwickeln werden.
Hinweis zu den Indikatoren: Es handelt sich um subjektive Stimmungsindikatoren, keine direkten Verhaltensdaten. Tatsächliches Verhalten (Käufe, Sparen, Einkommen) hängt zusätzlich von Liquidität, Notwendigkeit, Preisen und individuellen Umständen ab.
NIM Konsumklima powered by GfK
Das seit 1974 regelmäßig und seit 1980 monatlich erhobene Konsumklima gilt als wichtiger Indikator für das Konsumverhalten der Verbraucher und als Wegweiser für die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands.
Im Zuge einer Neuordnung von Zuständigkeiten übernahm das NIM ab April 2026, neben der Auswertung und Analyse des Konsumklimas, auch die gesamte Kommunikation. Die Veröffentlichung erfolgt ab diesem Zeitpunkt unter dem Namen „NIM Konsumklima powered by GfK“ und kehrt damit organisatorisch vollständig zum NIM zurück, das die Studie bereits bis 1984 (damals GfK Verein) verantwortet hat.
Die Daten werden im Auftrag des NIM weiterhin von NIQ/GfK erhoben. Methodik, Datenerhebung und -auswertung bleiben unverändert.
Pressekontakt:
NIM: Sandra Lades, T +49 911 95151 989, sandra.lades@nim.org
Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ist ein unabhängiges außeruniversitäres Wirtschaftsforschungsinstitut. Wir untersuchen das Konsumklima und den Konsum als gestaltende Kraft der Wirtschaft. Auf Basis wissenschaftlicher Exzellenz formulieren wir konkrete Empfehlungen, damit Politik, Unternehmen und Gesellschaft bessere Entscheidungen treffen können.
Wir finanzieren unsere Forschung aus eigenen Mitteln.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen ist Gründer der GfK.
Weitere Informationen unter www.nim.org und LinkedIn
GfK – ein NielsenIQ Unternehmen
Seit 90 Jahren vertrauen uns Kunden auf der ganzen Welt, denn wir beantworten datenbasiert zentrale Fragen für ihre Entscheidungsprozesse. Wir unterstützen ihr Wachstum durch unser umfassendes Verständnis des Kaufverhaltens und der Dynamiken, die Märkte, Marken und Medientrends beeinflussen. 2023 haben die Branchenführer GfK und NielsenIQ sich zusammengeschlossen und bieten ihren Kunden durch diesen Zusammenschluss eine einmalige globale Reichweite. Mit einer ganzheitlichen Sicht auf den Handel und den umfassendsten Erkenntnissen über Konsumenten, bereitgestellt durch zukunftsweisende Analytik auf modernsten Plattformen, treibt GfK „Growth from Knowledge“ voran.
Nielsen IQ (NYSE: NIQ) ist ein weltweit führendes Consumer Intelligence Unternehmen, das ein umfassendes Verständnis des Kaufverhaltens von Verbrauchern liefert und neue Wege zum Wachstum aufzeigt. Durch die Kombination einer unvergleichlichen globalen Datenabdeckung und detaillierter Verbraucher- und Handelsmessungen mit jahrzehntelanger KI-Modellierungsexpertise entwickelt NIQ Entscheidungssysteme, die Unternehmen dabei helfen, komplexe Daten in sicheres Handeln umzusetzen. NIQ ist in mehr als 90 Ländern tätig und deckt rund 82 Prozent der Weltbevölkerung sowie über 7,4 Billionen US-Dollar an globalen Verbraucherausgaben ab. Über cloudbasierte Plattformen, fortschrittliche Analysen und KI-gestützte Insights liefert NIQ The Full View™ – und unterstützt Marken und Händler dabei zu verstehen, was Verbraucher kaufen, warum sie es kaufen und welche Schritte als Nächstes sinnvoll sind.
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