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Wärmepumpe wird für Hausbesitzer immer attraktiver – neues Gebäudemodernisierungsgesetz überzeugt dagegen kaum
Die Wärmewende im Gebäudebereich kommt aus Sicht der Verbraucherinnen und Verbraucher voran. Während sich der tatsächliche Heizungsbestand in Deutschland seit 2024 nur langsam verändert hat, wünschen sich heute deutlich mehr Immobilienbesitzer beim nächsten Heizungstausch eine Wärmepumpe. Gleichzeitig stößt das zuletzt vom Bundestag beschlossene Gebäudemodernisierungsgesetz auf erhebliche Skepsis. Das zeigt eine aktuelle repräsentative Studie des Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM), die eine Befragung aus dem Jahr 2024 fortschreibt.
„Die Bereitschaft zur Wärmewende wächst, gleichzeitig sinkt aber das Vertrauen in die politische Ausgestaltung. Damit droht ein Akzeptanzproblem, obwohl sich die Präferenzen der Verbraucher eigentlich in Richtung klimafreundlicher Heizsysteme verschieben", sagt Dr. Michael Zürn, Senior Researcher am NIM.
Wärmepumpe baut Vorsprung als Wunschheizung aus
36 Prozent der Immobilienbesitzer würden sich heute beim nächsten Heizungstausch für eine Wärmepumpe entscheiden. Zwei Jahre zuvor waren es noch 29 Prozent. Gasheizungen verlieren dagegen weiter an Attraktivität: Nur noch 16 Prozent würden erneut eine Gasheizung wählen. Gleichzeitig ist der Anteil der Unentschlossenen deutlich zurückgegangen. Auch die Austauschbereitschaft steigt. 42 Prozent der Eigentümer planen bereits einen Heizungswechsel, 2024 waren es noch 35 Prozent. Gleichzeitig geben weniger Befragte an, erst im Defektfall eine neue Heizung einbauen zu wollen.
Heizungsbestand verändert sich bislang nur langsam
Im tatsächlichen Gebäudebestand dominieren weiterhin Gas- und Ölheizungen. Zwar ist der Gasanteil unter Eigentümern leicht zurückgegangen, der Anteil installierter Wärmepumpen ist gegenüber 2024 jedoch nur gering gestiegen. Bei neueren Heizungen zeigt sich allerdings ein anderes Bild: Hier sind Wärmepumpen deutlich häufiger eingebaut als im Gesamtbestand. Besonders hoch fällt zudem die Zufriedenheit von Besitzern mit Wärmepumpen aus. Drei Viertel von ihnen würden sich beim nächsten Heizungstausch wieder für eine Wärmepumpe entscheiden – der höchste Wert aller Heizsysteme. Fossile Heizsysteme schneiden deutlich schlechter ab.
Zustimmung zum Gebäudemodernisierungsgesetz sinkt deutlich
Parallel zur Entwicklung auf dem Heizungsmarkt untersuchte das NIM die Bewertung des neuen Gebäudemodernisierungsgesetzes. Während Immobilienbesitzer den im Frühjahr vorgestellten Gesetzentwurf zunächst überwiegend positiv bewerteten, hat sich die Stimmung bis kurz vor dem parlamentarischen Beschluss deutlich verschlechtert. Um die Entwicklung der Gesetzesbewertung zu untersuchen, wurden Menschen in Deutschland sowohl im März als auch Juni 2026 repräsentativ befragt.
Der Anteil der Eigentümer mit positiver Bewertung sank von 36 auf 21 Prozent, während der Anteil der Kritiker von 25 auf 39 Prozent anstieg. Unter Mietern blieb die Bewertung über den Zeitraum hinweg überwiegend kritisch. Auch die Qualität des Gesetzes wird skeptisch gesehen: Lediglich zwölf Prozent der Bevölkerung halten es für sorgfältig ausgearbeitet. Fast jeder Zweite bewertet es dagegen als unsorgfältig oder sogar sehr unsorgfältig. Hinzu kommt die Sorge vor höheren Kosten. Rund vier von zehn Deutschen rechnen damit, dass ihre Heizkosten infolge des neuen Gesetzes steigen werden.
„Die Wärmewende scheint inzwischen auch aus den Präferenzen der Verbraucher selbst zu kommen, nicht nur aus politischem Druck. Gerade deshalb ist es wichtig, dass neue gesetzliche Regelungen nachvollziehbar und vertrauenswürdig ausgestaltet werden. Andernfalls könnte die gestartete Transformation auch wieder an Zugkraft verlieren", so Zürn
Zur Studie
Für die Studie befragte das NIM im März 2026 über den NIQ eBus insgesamt 2.013 sowie im Juni 2026 weitere 1.007 repräsentativ ausgewählte Personen zwischen 18 und 74 Jahren in Deutschland. Die Ergebnisse werden mit einer identischen Befragung aus dem Jahr 2024 verglichen.
Über das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ist ein unabhängiges außeruniversitäres Wirtschaftsforschungsinstitut. Wir untersuchen das Konsumklima und den Konsum als gestaltende Kraft der Wirtschaft. Auf Basis wissenschaftlicher Exzellenz formulieren wir konkrete Empfehlungen, damit Politik und Gesellschaft bessere Entscheidungen treffen können. Wir finanzieren unsere Forschung aus eigenen Mitteln.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen ist Gründer der GfK.
Weitere Informationen unter www.nim.org und LinkedIn.
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Florian Ritter
Research Communication Specialist
Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.
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