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2026-06-30

Kategorie
Pressemitteilung
Ort
Nürnberg
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Konsumklima: Familien und Rentner sorgen für leichte Erholung

Ergebnisse des NIM Konsumklimas Soziodemografie | Juni 2026

Nürnberg, 30. Juni 2026 – Der Konsumklima Indikator liegt nach den Erwartungen der Verbraucher für Juli bei -29,2 Punkten. Damit bleibt das Konsumklima weiterhin schwach, aber stabil. Die leichte Erholung wird durch Familien und Rentner getragen, während sich die Stimmung bei anderen leicht eintrübt. Dies zeigen die neuen Analysen des NIM Konsumklimas powered by GfK.

Haushaltstypen im Fokus

Aktuell hellt sich das Konsumklima von Familien und Rentnerhaushalten stärker auf als im Durchschnitt. Bei Paaren, Single-Haushalten und anderen Haushaltstypen fällt die Stimmung dagegen etwas pessimistischer aus. 

Die Unterschiede sind deutlich: Zwischen der optimistischsten und der pessimistischsten Gruppe liegen ca. 36 Punkte. Damit setzt sich der Trend, der sich während der Hochinflationsphase Ende 2022 herausgebildet hat, fort: Familien äußern sich in der aktuellen Konsumklima-Studie deutlich optimistischer als andere Haushalte. Mit -8,3 Punkten liegt hier der Konsumklima Indikator deutlich über dem Durchschnitt von -29,2 Punkten. Ausschlaggebend sind vor allem ihre vergleichsweise hohen Einkommenserwartungen und ihre größere Anschaffungsneigung.

Rentnerhaushalte weisen dagegen unter den betrachteten Haushaltstypen den niedrigsten Level beim Konsumklima auf. Hauptgrund sind die deutlich gedämpften Einkommenserwartungen. Zwar halten sie es seltener für ratsam, angesichts der wirtschaftlichen Lage zu sparen, dennoch schlägt sich dies nicht in einer höheren Anschaffungsneigung nieder. Gleichzeitig zeigt sich bei den Rentnerhaushalten eine deutliche Erholung gegenüber dem Vormonat: Der Konsumklima Indikator steigt um 12,0 Punkte auf -44,0 Punkte. Trotz ihres weiterhin niedrigen Stimmungsniveaus tragen sie damit zur aktuellen Erholung des Konsumklimas bei.

Bei den übrigen Haushaltsformen bewegt sich der Konsumklimaindikator in der Betrachtung über die Jahre etwa auf Durchschnittsniveau.

Die folgende Tabelle zeigt die Werte der analysierten Gruppen im Vergleich zum Vormonat:

* Das Konsumklima kann als vorlaufender Indikator für das Konsumverhalten in Deutschland interpretiert werden. Analysen haben gezeigt, dass die Stimmung ein Frühindikator für die tatsächliche Entwicklung des privaten Konsums ist. Aus den im Juni 2026 ermittelten Werten der Einkommenserwartung, Anschaffungsneigung und Sparneigung errechnet sich das Konsumklima – als Frühindikator für die Entwicklung des Konsums im Juli 2026.

Entwicklung des Konsumklima Indikators nach Haushaltstyp seit 2019

Erholung mit Einschränkungen: Strukturelle Belastungen bleiben bestehen

Zwei Monate nach dem Iran-Schock stabilisiert sich die Verbraucherstimmung. Getragen wird die leichte Erholung, wie oben beschrieben, vor allem von Familien und Rentnerhaushalten. „Dass Familien und Rentnerhaushalte wieder etwas zuversichtlicher werden, dürfte vor allem daran liegen, dass die Inflation schwächer ausfällt als nach dem Energiepreisschock befürchtet“, sagt Anja Bauer, Senior Researcher beim NIM. Dazu tragen der Tankrabatt und die Hoffnung auf eine diplomatische Lösung im Nahen Osten bei. Weiterführende Analysen des NIM zeigen, dass sich insbesondere die Konjunkturerwartungen von Familien und Rentnerhaushalten nach den deutlichen Einbrüchen schneller erholen als in anderen Gruppen. Dennoch bleibt die Verbraucherstimmung der Rentnerhaushalte insgesamt pessimistisch und bremst damit eine stärkere Erholung des Konsumklimas aus.

 

Voraussichtliche Veröffentlichungstermine in Q3/ Q4 2026 (CET):

  • Freitag, 31. Juli 2026, 8.00 Uhr
  • Donnerstag, 3. September 2026, 8.00 Uhr
  • Freitag, 2 Oktober 2026, 8.00 Uhr
  • Mittwoch, 4. November 2026, 8.00 Uhr
  • Donnerstag, 3. Dezember, 2026, 8.00 Uhr
  • Montag, 21. Dezember 2026, 8.00 Uhr

Zur Methode

Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 04 bis 15. Juni 2026. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „NIM Konsumklima powered by GfK“ und basieren auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet und kurz kommentiert. Das Konsumklima bezieht sich explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch, je nach Abgrenzung, lediglich etwa 35 Prozent der privaten Konsumausgaben aus. 

Die drei Indikatoren, aus denen der Konsumklima Indikator errechnet wird:

  • Einkommenserwartung: Zeigt auf, wie die Verbraucher die Entwicklung der finanziellen Lage ihres Haushaltes in den kommenden 12 Monaten einschätzen.
  • Sparneigung: Spiegelt die Meinung der Verbraucher dazu wider, ob es in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit ratsam ist, zu sparen.
  • Anschaffungsneigung: Ermittelt, inwieweit die Verbraucher es für günstig erachten, in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage größere Anschaffungen (Möbel, elektrische/elektronische Geräte usw.) zu tätigen.

Soziodemografische Gruppen:

  • Generation
    • Babyboomer 1946 – 1964 
    • Generation X  1965 – 1980 
    • Generation Y (Millennials) 1981 – 1996 
    • Generation Z  1997 – 2012 
  • Einkommensgruppen
    • Untere 25%   < 1250 € p. P.
    • Untere Mitte  1250 – 1800 € p. P.
    • Obere Mitte  1801 –  2500 € p. P.
    • Obere 25%  > 2500 € p. P. 
  • Haushaltstyp
    • Single-Haushalt (<65 J.) Haushaltsgröße 1 und Alter<65
    • Familie Haushaltsgröße >=3 & Anzahl Kinder>=1
    • Paare Haushaltsgröße=2 Anzahl Kinder=0 & Alter<=65
    • Rentner Haushaltsgröße >=1 & Alter>=65
    • Sonstige Haushaltsgröße >=3&Anzahl Kinder=0

Hinweis zu den Indikatoren: Es handelt sich um subjektive Stimmungsindikatoren, keine direkten Verhaltensdaten. Tatsächliches Verhalten (Käufe, Sparen, Einkommen) hängt zusätzlich von Liquidität, Notwendigkeit, Preisen und individuellen Umständen ab.


NIM Konsumklima powered by GfK

Das seit 1974 regelmäßig und seit 1980 monatlich erhobene Konsumklima gilt als wichtiger Indikator für das Konsumverhalten der Verbraucher und als Wegweiser für die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands.
Im Zuge einer Neuordnung von Zuständigkeiten übernahm das NIM ab April 2026, neben der Auswertung und Analyse des Konsumklimas, auch die gesamte Kommunikation. Die Veröffentlichung erfolgt ab diesem Zeitpunkt unter dem Namen „NIM Konsumklima powered by GfK“ und kehrt damit organisatorisch vollständig zum NIM zurück, das die Studie bereits bis 1984 (damals GfK Verein) verantwortet hat.
Die Daten werden im Auftrag des NIM weiterhin von NIQ/GfK erhoben. Methodik, Datenerhebung und -auswertung bleiben unverändert.

Pressekontakt: 
NIM: Sandra Lades, T +49 911 95151 989, sandra.lades@nim.org

Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.

Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ist ein unabhängiges außeruniversitäres Wirtschaftsforschungsinstitut. Wir untersuchen das Konsumklima und den Konsum als gestaltende Kraft der Wirtschaft. Auf Basis wissenschaftlicher Exzellenz formulieren wir konkrete Empfehlungen, damit Politik, Unternehmen und Gesellschaft bessere Entscheidungen treffen können.
Wir finanzieren unsere Forschung aus eigenen Mitteln.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen ist Gründer der GfK.
Weitere Informationen unter www.nim.org und LinkedIn

 

V.i.S.d.P.
Sandra Lades
Head of Communication & Events
E-Mail: sandra.lades@nim.org
Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.
Gründer der GfK
Steinstr. 21 / 90419 Nürnberg

 

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