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Abstinenz und Genusssteuern - Wie Menschen in Deutschland über Steuern auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke denken. NIMpulse 24
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Gangl, K., & Ritter, F. (2026). Abstinenz und Genusssteuern. Wie Menschen in Deutschland über Steuern auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke denken. NIMpulse 24

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Jahr

2026

Autorinnen und Autoren
Florian Ritter,
PD Dr. Katharina Gangl
Titel der Studie
Abstinenz und Genusssteuern
Studientyp
NIMpulse
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Abstinenz und Genusssteuern

Wie Menschen in Deutschland über Steuern auf Tabak, Alkohol und zuckerhaltige Getränke denken.

Hintergrund der Studie

Die Förderung eines gesunden Lebensstils steht zunehmend im Fokus gesundheitspolitischer Debatten. Aktuell wird in Deutschland unter anderem über höhere Steuern auf gesundheitsschädliche Produkte wie Alkohol, Tabak und zuckerhaltige Getränke diskutiert. Solche Maßnahmen sollen nicht nur frisches Geld für den Staat organisieren sondern auch den Konsum ungesunder Produkte reduzieren und langfristig die Gesundheit der Bevölkerung fördern.

Vor diesem Hintergrund untersucht die vorliegende Studie, wie groß das Potenzial für einen Verzicht auf Alkohol, Tabak und Zucker in Deutschland ist. Analysiert wird, welche Bevölkerungsgruppen bereits heute ihren Konsum einschränken oder sich zumindest vorstellen können, dies künftig zu tun. Darüber hinaus wird betrachtet, wie die Deutschen staatliche Maßnahmen zur Förderung eines gesünderen Lebensstils bewerten und wie sich ihre Einstellungen im internationalen Vergleich einordnen lassen.

Dafür wurden Erwachsene in Deutschland sowie in weiteren Ländern zu ihren Einstellungen zu Gesundheit und Langlebigkeit repräsentativ befragt.

 

Für ein langes gesundes Leben: Welche Maßnahmen wären die Deutschen bereit zu ergreifen?

Wenn es um Genussmittel wie Zucker, Alkohol oder Tabak geht, besteht in Deutschland durchaus die Bereitschaft zum Verzicht.

59 Prozent der Befragten gaben an, dass sie beim Thema Zuckerverzicht entweder bereits mit dem Gedanken spielen, es planen oder ab und zu tun, bei Alkohol sind es 47 Prozent und bei Tabak noch 31 Prozent, wobei hier dafür die Zahl derjenigen besonders hoch ist, die bereits regelmäßig verzichten (49 Prozent).

Besonders groß ist das Potential bei Jüngeren und Männern, die vergleichsweise selten angeben, bereits regelmäßig zu verzichten, die sich aber dafür besonders oft vorstellen können, in Zukunft mehr zu verzichten.

Sollen Politik und Gesellschaft mit Steuern und Verboten ein gesünderes Leben fördern?

Bei möglichen Steuern oder Verboten auf Genussmittel wie Zucker oder Alkohol zeigen sich die Deutschen im internationalen Vergleich offener als Befragte aus anderen untersuchten Ländern. 28 Prozent der Deutschen wären für eine höhere Steuer und 23 Prozent für ein generelles Verbot. In beiden Fällen waren dies die höchsten Werte der Studie. In Ländern wie den USA oder Japan waren jeweils nur 15 Prozent bereit, solche Maßnahmen zu unterstützen.

Vor allem Menschen mit einem höheren Bildungsabschluss befürworten die hier genannten Maßnahmen ebenso solche, die angeben bereits regelmäßig auf Genussmittel zu verzichten. 

PD Dr. Katharina Gangl:

Unsere Ergebnisse zeigen: In Deutschland besteht durchaus der Wunsch nach einem gesünderen Lebensstil – insbesondere beim Konsum von Zucker und Alkohol. Knapp sechs von zehn Deutschen geben an, bereits gelegentlich auf Zucker zu verzichten oder sich dies vorstellen zu können. Bei Alkohol gilt dies für fast die Hälfte der Bevölkerung. Das Potenzial für Verhaltensänderungen ist dabei vor allem bei jüngeren Menschen zwischen 18 und 39 Jahren ausgeprägt.

Beim Rauchen fällt die potenzielle Gruppe für weitere Verhaltensänderungen mit 30 Prozent kleiner aus. Gleichzeitig verzichten bereits 49 Prozent der Deutschen regelmäßig auf Tabak. Besonders verbreitet ist dies unter Menschen mit Universitätsabschluss, von denen rund zwei Drittel angeben, nicht zu rauchen.

Gleichzeitig zeigen sich die Deutschen vergleichsweise offen für politische Maßnahmen zur Förderung eines gesünderen Lebensstils. Mehr als ein Viertel der Befragten spricht sich für höhere Steuern auf als ungesund geltende Genuss- und Lebensmittel aus – deutlich mehr als in Ländern wie den USA oder Japan. Unterstützung findet diese Maßnahme vor allem bei jüngeren Menschen sowie bei Personen mit höherem Bildungs- und Einkommensniveau und bei jenen die aktuell schon verzichten.

Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass Maßnahmen zur Reduktion gesundheitsschädlichen Konsums in Deutschland auf eine gewisse gesellschaftliche Akzeptanz treffen würden. Die Bereitschaft zu Verhaltensänderungen und die Unterstützung entsprechender Maßnahmen sind jedoch nicht in allen Bevölkerungsgruppen gleichermaßen ausgeprägt.

Studie und Fragebogen wurden vom NIM konzipiert. Erhoben wurden die Daten über den NIQ eBUS®. Dafür wurden vom 13. bis 19. Mai 2026 insgesamt 5.000 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren aus den Ländern Deutschland, Schweden, USA, Japan und Frankreich befragt, die die jeweilige Bevölkerung repräsentieren. 

Autorinnen und Autoren

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Research Communication Specialist

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