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Konsumklima weiterhin schwach, aber stabil
Nürnberg, 25. Juni 2026 – Die Verbraucherstimmung stabilisiert sich in diesem Monat und nimmt um 0,5 Punkte leicht zu. Insgesamt bleibt die Konsumlaune daher verhalten: Der Indikator liegt nach den Erwartungen der Verbraucher für Juli bei -29,2 Punkten (Vormonat revidiert: -29,7 Punkte). Der moderate Anstieg resultiert aus einer etwas positiveren Einkommenserwartung, während die Anschaffungsneigung und Sparneigung weitestgehend auf dem Niveau des Vormonats bleiben. Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse des NIM Konsumklimas powered by GfK.
Geringfügige Erholung der Einkommenserwartungen
Die Einkommenserwartungen der Verbraucher, die sich im letzten Monat deutlich aufgehellt haben, legen in diesem Monat nur leicht zu. Der Indikator steigt um 0,8 Punkte auf ein Niveau von -12,2. Insgesamt blicken die Konsumenten damit weiterhin weniger optimistisch auf ihre zukünftige finanzielle Lage als vor Beginn des Iran-Krieges.
„Die Verbraucherstimmung stabilisiert sich derzeit niedrigem Niveau“, erklärt Rolf Bürkl, Head of Consumer Climate beim NIM. „Die Einkommensaussichten erholen sich nur wenig. Die Anschaffungsneigung verharrt im pessimistischen Bereich und auch die Sparneigung geht nicht zurück. Ein Aufwind in Richtung Vorkriegsniveau zeichnet sich daher noch nicht ab, auch wenn die Friedensverhandlungen und der Rückgang der Rohölpreise die Inflationssorgen der Verbraucher mildern und die Konjunkturerwartungen wieder etwas aufhellen.“
Anschaffungsneigung bleibt verhalten
Die Anschaffungsneigung verringert sich minimal um 0,2 Punkte im Vergleich zum letzten Monat, wodurch der Indikator nunmehr bei -13,4 Punkten steht. Der Zeitpunkt, größere Anschaffungen zu tätigen, ist daher aus Verbrauchersicht weiterhin eher ungünstig.
Sparneigung weiter auf hohem Niveau
Die Sparneigung, die angibt, ob es die Menschen angesichts der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit für ratsam halten, zu sparen, zeigt sich unverändert. Der Indikator liegt wie im Juni 2025 und Vormonat bei 13,9 Punkten. Der seit Anfang des Jahres beobachtbare, leichte Rückgang der Sparneigung ist damit vorerst zum Stillstand gekommen. Im langfristigen Vergleich ist der aktuelle Wert nach wie vor sehr hoch.
Konjunkturerwartungen hellen sich auf und Inflationssorgen sinken
Die Konjunkturerwartungen der Verbraucher verbessern sich in diesem Monat erneut. Der Indikator steigt um 2,5 Zähler auf -8,7 Punkte. Zwar rechnet die Mehrheit der Verbraucher weiterhin mit einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten, aber der Pessimus scheint nachzulassen.
Auch bei den Preiserwartungen zeigt sich eine positive Entwicklung: Sie gehen im Juni zum zweiten Mal in Folge zurück. Die Mehrheit der Verbraucher blickt daher weniger pessimistisch auf die Preisentwicklung der kommenden 12 Monate. Im Vergleich zum Vormonat fällt der Indikator um 2,5 Punkte und weist einen Stand von -2,9 Punkten aus. Dieser Rückgang dürfte noch auf den Tankrabatt zurückzuführen sein, der zum Ende des Monats ausläuft.
Die Entwicklung dieser Indikatoren dürfte vor allem die jüngsten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran widerspiegeln. Die dadurch gestiegenen Erwartungen an eine Entspannung der geopolitischen Lage im Nahen Osten haben zu einer Beruhigung an den internationalen Energiemärkten beigetragen.
Voraussichtliche Veröffentlichungstermine in Q3/Q342026 (CET):
- Freitag, 24. Juli 2026, 8.00 Uhr
- Donnerstag, 27. August 2026, 8.00 Uhr
- Freitag, 25. September 2026, 8.00 Uhr
- Mittwoch, 28. Oktober 2026, 8.00 Uhr
- Donnerstag, 26. November 2026, 8.00 Uhr
- Freitag, 18. Dezember 2026, 8.00 Uhrr
Zur Methode
Der Befragungszeitraum für die aktuelle Analyse war vom 04 bis 15. Juni 2026. Die Ergebnisse sind ein Auszug aus der Studie „NIM Konsumklima powered by GfK“ und basieren auf rund 2.000 Verbraucherinterviews, die im Auftrag der EU-Kommission durchgeführt werden. In diesem Report werden die Indikatoren grafisch aufbereitet und kurz kommentiert. Das Konsumklima bezieht sich explizit auf die gesamten privaten Konsumausgaben. Der Einzelhandel macht jedoch, je nach Abgrenzung, lediglich etwa 35 Prozent der privaten Konsumausgaben aus.
Die drei Indikatoren, aus denen der Konsumklima Indikator errechnet wird:
- Einkommenserwartung: Zeigt auf, wie die Verbraucher die Entwicklung der finanziellen Lage ihres Haushaltes in den kommenden 12 Monaten einschätzen.
- Sparneigung: Spiegelt die Meinung der Verbraucher dazu wider, ob es in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage derzeit ratsam ist, zu sparen.
- Anschaffungsneigung: Ermittelt, inwieweit die Verbraucher es für günstig erachten, in Anbetracht der allgemeinen Wirtschaftslage größere Anschaffungen (Möbel, elektrische/elektronische Geräte usw.) zu tätigen.
Gesamtwirtschaftliche Indikatoren:
- Konjunkturerwartung: Ermittelt die Einschätzung der Verbraucher, wie sich die allgemeine Wirtschaftslage in Deutschland in den kommenden 12 Monaten entwickeln wird.
- Preiserwartung: Fragt, wie sich nach Ansicht der Verbraucher die Verbraucherpreise in den kommenden 12 Monaten im Vergleich zu den letzten 12 Monaten entwickeln werden.
Hinweis zu den Indikatoren: Es handelt sich um subjektive Stimmungsindikatoren, keine direkten Verhaltensdaten. Tatsächliches Verhalten (Käufe, Sparen, Einkommen) hängt zusätzlich von Liquidität, Notwendigkeit, Preisen und individuellen Umständen ab.
NIM Konsumklima powered by GfK
Das seit 1974 regelmäßig und seit 1980 monatlich erhobene Konsumklima gilt als wichtiger Indikator für das Konsumverhalten der Verbraucher und als Wegweiser für die konjunkturelle Entwicklung Deutschlands.
Im Zuge einer Neuordnung von Zuständigkeiten übernahm das NIM ab April 2026, neben der Auswertung und Analyse des Konsumklimas, auch die gesamte Kommunikation. Die Veröffentlichung erfolgt ab diesem Zeitpunkt unter dem Namen „NIM Konsumklima powered by GfK“ und kehrt damit organisatorisch vollständig zum NIM zurück, das die Studie bereits bis 1984 (damals GfK Verein) verantwortet hat.
Die Daten werden im Auftrag des NIM weiterhin von NIQ/GfK erhoben. Methodik, Datenerhebung und -auswertung bleiben unverändert.
Pressekontakt:
NIM: Sandra Lades, T +49 911 95151 989, sandra.lades@nim.org
Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ist ein unabhängiges außeruniversitäres Wirtschaftsforschungsinstitut. Wir untersuchen das Konsumklima und den Konsum als gestaltende Kraft der Wirtschaft. Auf Basis wissenschaftlicher Exzellenz formulieren wir konkrete Empfehlungen, damit Politik, Unternehmen und Gesellschaft bessere Entscheidungen treffen können.
Wir finanzieren unsere Forschung aus eigenen Mitteln.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen ist Gründer der GfK.
Weitere Informationen unter www.nim.org und LinkedIn
GfK – ein NielsenIQ Unternehmen
Seit 90 Jahren vertrauen uns Kunden auf der ganzen Welt, denn wir beantworten datenbasiert zentrale Fragen für ihre Entscheidungsprozesse. Wir unterstützen ihr Wachstum durch unser umfassendes Verständnis des Kaufverhaltens und der Dynamiken, die Märkte, Marken und Medientrends beeinflussen. 2023 haben die Branchenführer GfK und NielsenIQ sich zusammengeschlossen und bieten ihren Kunden durch diesen Zusammenschluss eine einmalige globale Reichweite. Mit einer ganzheitlichen Sicht auf den Handel und den umfassendsten Erkenntnissen über Konsumenten, bereitgestellt durch zukunftsweisende Analytik auf modernsten Plattformen, treibt GfK „Growth from Knowledge“ voran.
Nielsen IQ (NYSE: NIQ) ist ein weltweit führendes Consumer Intelligence Unternehmen, das ein umfassendes Verständnis des Kaufverhaltens von Verbrauchern liefert und neue Wege zum Wachstum aufzeigt. Durch die Kombination einer unvergleichlichen globalen Datenabdeckung und detaillierter Verbraucher- und Handelsmessungen mit jahrzehntelanger KI-Modellierungsexpertise entwickelt NIQ Entscheidungssysteme, die Unternehmen dabei helfen, komplexe Daten in sicheres Handeln umzusetzen. NIQ ist in mehr als 90 Ländern tätig und deckt rund 82 Prozent der Weltbevölkerung sowie über 7,4 Billionen US-Dollar an globalen Verbraucherausgaben ab. Über cloudbasierte Plattformen, fortschrittliche Analysen und KI-gestützte Insights liefert NIQ The Full View™ – und unterstützt Marken und Händler dabei zu verstehen, was Verbraucher kaufen, warum sie es kaufen und welche Schritte als Nächstes sinnvoll sind.
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