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Soziale Präferenzen in der Mensch-Maschine-Interaktion

Motivation

Digitale (Sprach-)Assistenten wie Cortana, Alexa oder Siri werden immer mehr Teil unseres täglichen Lebens. Auch in Entscheidungssituationen, z.B. bei Konsum- oder Investitionsentscheidungen, machen künstliche Agenten Vorschläge und versuchen so, den Menschen bei der Entscheidungsfindung zu unterstützen. Zusätzlich arbeiten Entwickler daran, diese Assistenten immer menschenähnlicher zu machen, indem sie ihnen Namen und eine Stimme geben oder sie menschliches Verhalten wie den Gebrauch natürlicher Sprache oder Empathie nachahmen lassen.

Bei Interaktionen mit anderen Menschen, z. B. bei Verhandlungen oder wirtschaftlichen Transaktionen, spielen soziale Normen und Präferenzen eine wichtige Rolle. Aber ist dies auch bei der Interaktion mit Maschinen der Fall? In einer Welt mit einer wachsenden Zahl anonymer und automatisierter wirtschaftlicher Interaktionen und Transaktionen wird dies immer wichtiger.

Methode

In Laborexperimenten untersuchen wir, wie sich Entscheidungen verändern, wenn man mit Computeragenten, wie z.B. intelligenten Systemen zur Entscheidungsunterstützung oder sogenannten Conversational Agents, anstelle von Menschen interagiert, und welche Auswirkungen Systeme mit menschlichen Merkmalen (z. B. einer Stimme, einem Namen, einem menschlichen Aussehen oder sogar einer Persönlichkeit) haben können.

In einem ersten Projekt untersuchen wir grundlegend den Einfluss menschlicher Charakteristika auf das Entscheidungsverhalten in sozialen Interaktionen mit sprachbasierten Computeragenten.

Beim sogenannten Ultimatum-Spiel kann eine Person einen Geldbetrag zwischen sich und einer anderen Person aufteilen. Nimmt die andere Person diese Aufteilung an, werden beide entsprechend belohnt. Wenn das Angebot abgelehnt wird, erhalten beide nichts. Mit diesem Spiel haben wir untersucht, ob sich das Annahmeverhalten bei unfairen Angeboten ändert, wenn das Angebot i) von einem Computeragenten statt von einer anderen menschlichen Person gemacht wird und ii) per Sprachnachricht statt der Standardmethode, einer Textnachricht, übermittelt wird.

In einem zweiten Projekt erweitern wir unser Setting, indem wir dem Computeragenten zusätzlich ein menschliches Aussehen in der virtuellen Realität geben.

Relevanz

Mit diesem Projekt schaffen wir ein grundlegendes Verständnis dafür, wie Menschen in sozialen Interaktionen mit menschenähnlichen Computeragenten Entscheidungen treffen. Die Ergebnisse liefern Implikationen für wirtschaftliche Entscheidungssituationen, in denen Verbraucher mit KI-basierten intelligenten Maschinen interagieren, wie z.B. Chat-Bots als erster Touch Point in der Customer Journey oder KI-basierten Sprachassistenten in Call Centern bei Beschwerden über Produkte oder Dienstleistungen.

Partner

Sotira Petrou, Universität Pretoria, Südafrika

Prof. Alessandro Innocenti, Universität Siena, Italien

 

Publikationen

Publikation in Vorbereitung