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Nur 8 % der Verbraucher wollen infolge des Iran-Kriegs stärker auf E-Heizungen und E-Autos setzen
Der militärische Konflikt zwischen Israel und der USA und dem Iran hat nicht nur die weltpolitische Lage fundamental verändert, sondern auch die Stimmung der Verbraucherinnen und Verbraucher in Deutschland deutlich beeinflusst. Wie eine aktuelle repräsentative Befragung des Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) zeigt, rechnen die Menschen hierzulande mit vielfältigen wirtschaftlichen Folgen – doch nur wenige ziehen daraus bereits konkrete Konsequenzen für ihr persönliches Verhalten.
Besonders bemerkenswert: Lediglich 8 Prozent der Bevölkerung geben an, infolge des Iran-Kriegs verstärkt auf elektrisch betriebene Geräte wie Wärmepumpen oder E-Autos setzen zu wollen. Dieses Ergebnis überrascht, da steigende Energiepreise von der breiten Mehrheit erwartet werden und Elektrifizierung oft als zentrale Antwort auf fossile Knappheiten und geoökonomische Abhängigkeiten gilt.
Insgesamt blickt die deutsche Bevölkerung mit großer Sorge auf die sicherheits‑ und wirtschaftspolitischen Folgen des Konflikts. Die große Mehrheit (über 70 Prozent) erwartet, dass die Welt unsicherer wird – und dass die wirtschaftlichen Auswirkungen auch Deutschland und Europa treffen. Steigende Preise gelten dabei als nahezu sicher: Sowohl im Alltag als auch bei Energie rechnen die Menschen mit deutlichen Belastungen.
Trotz dieser Einschätzungen zeigt sich das Konsumverhalten bislang weitgehend stabil. Viele beobachten die Lage zunächst abwartend, andere reagieren vor allem mit einem stärkeren Preisbewusstsein – etwa indem sie Anschaffungen verschieben oder bewusster einkaufen. Immerhin jeder Zehnte hat seine Urlaubspläne geändert und für eine Mehrheit wird die Golfregion für längere Zeit kein sicheres Reiseziel mehr sein.
Während sie selbst noch abwarten, erwarten die Menschen vom Staat gleichzeitig entschiedenes Handeln: Eine große Mehrheit fordert gezielte staatliche Maßnahmen, um steigende Energiepreise abzufedern. Unter den favorisierten Optionen dominieren steuerliche Entlastungen, staatliche Preisobergrenzen sowie die Abschöpfung sogenannter Übergewinne. Gleichzeitig zeigen die Menschen bei Energiefragen eine ungewöhnlich breite Offenheit für unterschiedliche Lösungswege – vom Ausbau erneuerbarer Energien über die Gasförderung in der Nordsee bis hin zu einer möglichen Rückkehr zur Atomkraft oder dem Einsatz von Fracking.
„Wenn die Krise andauert, sollte der Staat die Bevölkerung mit einer groß angelegten Kampagne motivieren, Eigenverantwortung zu übernehmen und verstärkt Energie zu sparen“, meint Dr. Katharina Gangl, Direktorin Studien am NIM. Man könne dafür auf die Erfahrungen im Rahmen der Ukraine-Krise zurückgreifen.
Studie und Fragebogen wurden vom NIM konzipiert. Erhoben wurden die Daten über den NIQ eBUS®. Dafür wurden vom 12. März bis 16. März insgesamt 1.026 Personen im Alter von 18 bis 74 Jahren befragt, die die deutsche Bevölkerung repräsentieren.
Über das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ist eine Non-Profit-Organisation. Es untersucht an der Schnittstelle zwischen Wissenschaft und Praxis, wie sich Konsumentscheidungen durch neue Technologien oder gesellschaftliche Trends oder die Anwendung von Behavioral Science verändern und welche mikro- und makroökonomischen Auswirkungen das für den Markt und die Gesellschaft hat. Ein besseres Verständnis von Konsumentscheidungen und ihren Auswirkungen hilft Gesellschaft, Unternehmen, Politik und Konsumenten, bessere Entscheidungen im Sinne der sozial-ökologischen Marktwirtschaft und des „Wohlstands für Alle“ zu treffen.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen ist Gründer der GfK.
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