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Studie: Entgegen Kritik von Ökonomen – Bevölkerung favorisiert Energiepreissenkung gegenüber gezielten Hilfen
Eine aktuelle Studie des Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) offenbart eine deutliche Diskrepanz zwischen ökonomischer Facheinschätzung und der Stimmung in der Bevölkerung: Während viele Ökonominnen und Ökonomen pauschale Eingriffe wie die beschlossene befristete Senkung von Energie- und Spritsteuern kritisch bewerten, stößt genau diese Maßnahme in der Bevölkerung auf breite Zustimmung. Demgegenüber werden gezielte Hilfen für einkommensschwache Haushalte von deutlich weniger Menschen favorisiert.
Die repräsentative Studie, für die bereits Mitte März 1.026 erwachsene Personen befragt wurden, zeigt klar: Die Menschen in Deutschland erwarten vom Staat, dass er für niedrigere Energiepreise sorgt – insgesamt wählen 82 Prozent der Befragten bei einer entsprechenden Frage zumindest eine der staatlichen Maßnahmen und nur 6 Prozent sagen, der Staat soll sich nicht einmischen. Für die meisten Befragten (42%) wäre die bevorzugte Maßnahme, wenn der Staat die Steuern auf Energie senkt. Direktzahlungen an Bedürftige genießen demgegenüber weniger Unterstützung (15%).
„Aus ökonomischer Sicht gelten pauschale Steuersenkungen als ineffizient und nicht zielgerichtet. Aus Sicht der Bevölkerung dagegen sind allgemeine Maßnahmen offenbar nachvollziehbar, fair und unmittelbar wirksam“, sagt Dr. Katharina Gangl, Direktorin Studien am NIM.
Die Ergebnisse der Studie legen nahe: In Krisensituationen bevorzugen Bürgerinnen und Bürger einfache, universelle Entlastungen gegenüber selektiven Instrumenten – selbst wenn letztere ökonomisch effizienter wären. In diesem Spannungsfeld hat sich die Politik in der aktuellen Situation offenbar stärker an gesellschaftlicher Akzeptanz als an ökonomischer Zielgenauigkeit orientiert.
Über das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen (NIM) ist ein unabhängiges außeruniversitäres Wirtschaftsforschungsinstitut. Wir untersuchen das Konsumklima und den Konsum als gestaltende Kraft der Wirtschaft. Auf Basis wissenschaftlicher Exzellenz formulieren wir konkrete Empfehlungen, damit Politik und Gesellschaft bessere Entscheidungen treffen können. Wir finanzieren unsere Forschung aus eigenen Mitteln.
Das Nürnberg Institut für Marktentscheidungen ist Gründer der GfK.
Weitere Informationen unter www.nim.org und LinkedIn.
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Tobias Biró
Head of Research Communication
Nürnberg Institut für Marktentscheidungen e. V.
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